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Der nackte Wahnsinn

Gesehen am 31. Januar 2009

Der nackte Wahnsinn
Farce von Michael Frayn
Komödie im Marquardt / Stuttgart
31.1.2009

Boulevardstück aus drei Teilen:

Fischreste

Im ersten Akt werden die Zuschauer Zeugen einer Generalprobe, bei der fast noch nichts klappt. Kiki de Kocks Ausstattung trifft genau die Tourneetheater-Bühnenbilder, die vielseitig verwendbar sein müssen. Hauptsache, die Zahl der Türen stimmt! Ebenso müssen bestimmte Requisiten - hier einige Teller mit Sardinen - an bestimmten Stellen stehen, an denen sie der eine ablegt und die andere weiter verwendet. Stimmt diese Grundvoraussetzung nicht, ist normalerweise der ganze Witz weg.
So nicht in diesem Stück, in dem die verschiedenen Möglichkeiten des Falschmachens ausgelotet werden.
Die Handlung zusammenzuhalten und voranzubringen wird vom Regisseur erledigt. Reinhard von Stolzmann spielt nicht nur diese Rolle, er verkörpert sie glaubhaft. Vom Zuschauerraum aus gibt er seine Regieanweisungen, immer gewürzt mit einer Prise Sarkasmus: "Denken Sie einfach, Sie seien Schauspieler"

2. Akt

Versinkende Flaschen

Im zweiten Akt sehen die Zuschauer die Bühne von hinten, denn da ist weit mehr los als vorn auf der Bühne. Es ist eine normale Rentner-Nachmittagsvorstellung irgendwo in der Provinz, die x-te Vorstellung auf der Tournee.
Die Diven (Stephanie von Borcke, Johanna Hanke) schmollen, die jungen Hausböcke (Armin Jung, Uwe-Peter Spinner) gehen bei jeder Gelegenheit aufeinander los.
Regieassistentin (Martine Schrey) und Inspizient (Sebastian Sash) versuchen, die Zuschauer bei Laune zu halten - ohne sich vorher abzusprechen.
Linda Blair (Elsa Hanewinkel) möchte vermitteln, aber...
Joerg Adae verkörpert vortrefflich einen Schauspieler, der unter seinen Alkoholproblemen im wahrsten Sinne des Wortes leidet. Kaum hat er die Whiskeyflasche fixiert, pirscht er sich auffällig unauffällig an das Objekt seiner Begierde. Hierbei entwickelt er eine ungeheure Kreativität. Jedes mal wird sie ihm kurz vor dem Ziel weggeschnappt, und zwar zufällig und nebenbei von seinen Kollegen, die eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind.

Das Ende naht

Fischkopf

Im Dritten Akt der anscheinend nicht ganz freiwilligen letzten Vorstellung bricht das totale Chaos aus. Nichts steht mehr an seinem Platz, das gilt besonders für die Sardinen. Haushälterin Mrs. Clackett (Johanna Hanke) verwechselt immer noch die Plätze, auf denen die Sardinen hingestellt, entdeckt oder abgeholt werden müssen. Auf dem Boden sorgen sie für Rutschpartien, auf dem Sofa wird der Rock unangenehm feucht, oder sie landen im Ausschnitt der Konkurrentin...





...über kurz oder lang

Eine Kürzung des ZweieinhalbStundenStückes hätte gut getan.
Auf die Dauer ist es mühsam, nur über die Missgeschicke anderer Leute zu lachen.



Der nackte Wahnsinn

Farce von Michael Frayn
Komödie im Marquardt / Stuttgart

Inszenierung: Volker Jeck
Ausstattung: Kiki de Kock
Mit:
Stephanie von Borcke, Elsa Hanewinkel, Johanna Hanke, Martine Schrey, Joerg Adae, Armin Jung, Sebastian Sash, Uwe-Peter Spinner, Reinhart von Stolzmann

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