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Hindernissfreier Waldspaziergang
Liese und Lotte unternehmen viel zusammen und haben oft auch die gleichen Eindrücke.
Eine ist blind, die andere taub - wer ist was?
Lottes Waldspaziergang
Diesen Geruch von Moos und Walderde liebe ich sehr. Der weiche Boden verschluckt die Laute, lässt die Schritte federn. Die Füsse sinken in einen Teppich aus kühlem, feuchten Moos. In kleinen Pfützen schmatzen die Schritte. Trete ich auf die vertrockneten Tannennadeln, knacken sie wie zerbrechende Streichhölzer. Manchmal stolpere ich über Wurzeln grosser Bäume, höre ihr Laub im Wind rauschen. Wenn ich die weichen Blätter aufrolle, hängt der typische Geruch noch lange an meinen Fingern. Die tiefbaumelnden dünnen Zweige pieksen im Gesicht, verfangen sich in den Haaren. Hoch im Baum höre ich die grossen Äste knarren. Die raue Rinde fühlt sich rissig an. Riecht sie nach Harz, ist es ein Nadelbaum. Kaum betrete ich den Wald, krächzt der Eichelhäher. Die anderen Vögel singen ihr duriduriu. Einmal fand ich einen aus dem Nest gefallenen Vogel mit pochendem Herzen und vielen Federn um einen winzigen Körper. Trete ich aus dem Wald hinaus auf die Lichtung, höre ich das Echo der Vogelstimmen. Die Klänge werden klarer, die Sonne brennt auf der Haut, Grillen zirpen, Blumenduft strömt aus dem kniehohen Grasboden. Die Erdbeeren verbreiten einen intensiv fruchtigen Duft und schmecken köstlich.
Was erleben Liese und Lotte beim Opernbesuch?
Lieses Waldspaziergang
Ich liebe diesen erdigen Waldgeruch, das grüne, saftige Moos - wie ein Teppich mit Tupfern aus ockerfarbenem Laub. Die Füsse sinken im weichen, feuchten Boden ein. Die trockenen olivgrünen, spitzen Nadeln duften harzig und federn die Schritte ab. Baumwurzeln legen sich wie Schlangen in Wellen um den Stamm herum, werden nach aussen immer dünner. Ich passe auf, denn oft bin ich schon darüber gestolpert. Dabei sehe ich so gern, wie sich das grüne Laub der Bäume im Wind bewegt, rolle die weichen Blätter, geniesse das Laubaroma. Der hohe Stamm mit seiner rauen, rissigen Rinde ragt in den Himmel hinein. Seine Zweige pieksen mich im Gesicht und verfangen sich in den Haaren. Die Vögel erkenne ich an dem bunten Gefieder und den eleganten Flugbewegungen. Sie sitzen in den Bäumen, flattern auf und setzen sich auf einen anderen Ast. Einmal fand ich einen aus dem Nest gefallenen Vogel mit pochendem Herzen und vielen Federn um den winzigen Körper. Auf der Lichtung wird es hell, die Sonne brennt auf der Haut. Auf dem kniehohen Grasboden wachsen Weidenröschen und kleine Birkenschösslinge. Die Erdbeeren verströmen einen intensiven, fruchtigen Duft. Schmetterlinge tanzen von einer Blume zur anderen.
Hannover, 18.8.05


































