Rivalen in der Arbeitswelt
Nicht jeder kann sich seinen Beruf nach Neigung aussuchen, aber es gibt genug Möglichkeiten, sich die Rivalen in der Arbeitswelt vom Hals zu schaffen. Das verschafft Befriedigung und Lustgefühle der besonderen Art.
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Ramona Raffke
Die fiese Vielsurferin hat sich durch Mobben und Treten in eine gute berufliche Position – Abteilungsleiterin bei der Berufsgenossenschaft für Keramik - gebracht. Sie behandelt Menschen nur so lange zuvorkommend, wie sie für ihre Zwecke nützlich sind. Danach geht es ihnen wie den gebrauchten Taschentüchern, die sie mit ihrer spitzen Nase vollschnieft. Ihre Vorliebe für glitzernden Schmuck in grellen Bonbonfarben ist kein Zufall. Die Raffke mag keine Produkte aus Stein, Glas und Keramik, seit sie einmal ein Tonwerk kontrollieren musste. Verbrannte Erde kommt ihr weder an den Hals noch möchte sie davon essen. Sie schwärmt für Tupperware, möglichst so bunt wie ihr Schmuck. Auf ihrem Traumposten in der Berufsgenossenschaft Chemie sitzt ihre Sandkastenfeindin...
Sie verbringt ihre Tage surfend vor dem Computer, um auch noch den letzten Hobby-Keramiker, der gerade seine erste Homepage ins Netz gestellt hat, mit einem Strafgeld zu belegen. Einziger Lichtblick in ihrem eintönigen Berufsleben ist der Unwichtig, wie sie Willi Wichtig nennt. Da sie den weitaus höher zu bewerdenden Posten inne hat, empfindet sie es als degradierend, sich mit ihm ein Büro teilen zu müssen. Er sieht es genau andersherum, und so belauern sich und lassen keine Gelegenheit aus, sich gegenseitig vors Schienbein zu treten.
Das bringt Leben in die Bude!
Jeden Morgen das gleiche Ritual:
Noch hält sie den Schlüssel in der Hand. Aber bevor sie ihre Tür öffnet, weiss sie schon, dass sie ihn nicht gebrauchen wird. Ein Schwall von Moschus beißt in ihrer empfindlichen Nase. Unwichtig ist in ihrem Büro. Schnell, mit einem lauten „pummmh“, drückt sie die Klinke herunter, damit sie - schon in seiner unmittelbaren Hörweite - mit einem „Hiiikjub“ ihre spitze Nase hochziehen kann. So fängt der Morgen mit einem Mini-Patt an, denn Willi Wichtig ist genau so lärmempfindlich wie Ramona Raffke geruchsempfindlich ist.
Ohne auch nur einen Blick auf ihn zu werfen, durchquert sie den Raum, raschelt kurz mit der Brötchentüte, bevor sie den Papierbeutel aus genügender Knallhöhe im Vorbeigehen auf ihren Schreibtisch abstürzen lässt und erreicht ihre Kaffeemaschine...
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Nachdenkliche, witzige, spannende Geschichten
Linktipp des Tages:
http://www.artikel-archiv.8ung.info/geschichten/arbeitswelt/rivalen.php































