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Bücher über Frauen
Gelesen: Lavendelblues
Lavendelblues von Petra van Cronenburg
Drei Freundinnen
Drei befreundete Frauen stehen voll im Berufsleben. Sie haben darum gekämpft, genau das machen zu können, was ihr Herz begehrt und wozu sie sich berufen fühlen.
Estelle, die französische Sängerin, folgte ihrer grossen Liebe nach Baden Baden. Diese Liebe ging zu Bruch und bergab ging es mit ihr als Jazzinterpretin. Sie muss sich als Barsängerin im Russenpuff durchschlagen und zur Einführung eines neuen Parfums auf Werbeveranstaltungen singen.
Dahlia schwärmt ungeachtet ihres Namens für Rosen. Nach ihrer Scheidung erfüllte sie sich einen Traum und eröffnete im Elsass eine Rosengalerie mit Kunst und Kunsthandwerk, nur mit dem Thema Rosen. Die Kunden werden aber immer weniger und die Bank streicht den Kredit.
Bruni, die dritte im Bunde, folgte ihrem französischen Schwarm in seine Heimat. Betrieb sie früher selbstständig einem Catering-Service, schlurft sie jetzt verloren über den Hof seines abgelegenen Hauses. Ohne französische Sprachkenntnisse, ohne Kontakte zu den Nachbarn, ohne ihre Arbeit ist sie nur ein Schatten ihrer selbst. Ihr französischer Beau lässt sie allein, wenn er in der Stadt arbeitet oder mit seiner Mutter wochenlang in die Kur fährt. Weil sie sich ihren Reinfall nicht eingestehen will, schreibt sie den Freundinnen begeisterte Ansichtskarten.
Als die Beiden dann bei ihr auftauchen, um sich von ihren Pleiten, Pech und Pannen zu erholen, geht es nach kurzer Stagnation wieder aufwärts.
Wendepunkte
Stellen sie doch fest, dass sie mit ihrem Schiffbruch nicht allein sind. Das ganze französische Dorf fühlt sich von den Pariser Tourismus-Fördertöpfen abgeschnitten und droht zu verfallen.
Gemeinsam stellen die Dorfbewohner - natürlich mit fachlicher Hilfe der drei Freundinnen - eine touristische Glanznummer auf die Beine, über die überregional in den Medien berichtet wird.
Ebenso kriegen die Drei die Kurve und starten richtig durch. Nicht nur beruflich dringen sie an die Spitze vor, auch in Liebesdingen tut sich was.
Schön sind die Orte beschrieben, in denen sie gastieren – ebenso die lebenslustigen Franzosen, die sich nicht unterkriegen lassen, die duftende Landschaft, die Handwerkskunst in dem Rosenladen, das mehr und das weniger elegante Baden Baden.
Fazit
Insgesamt muss die Leserin dieses Buches Kontraste lieben.
Unangenehme Kinder erhalten nur negative Attribute,
die Niederlagen werden eine Tick zu negativ beschrieben,
der französische Liebhaber zu rücksichtslos,
seine Mutter zu herrisch,
Brunis Verfall zu krass,
Dahlias neuer Schwarm hat nur gute und nur fiese Seiten
und der kometenhafte Aufstieg der drei Freundinnen geht etwas zu glatt über die Bühne.
Es liest sich zwar leicht und locker, aber am Ende bleibt das Gefühl, eine gut verpackte Werbebroschüre einer Unternehmensberaterin oder einer Mentaltrainerin (alles wird gut - immer positiv denken) durchgeackert zu haben.
Es fehlen die Zwischentöne.
Frau im Buch
Buchtipp:
Lavendelblues von Petra van Cronenburg
Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (8. April 2006)
ISBN-10: 340492214X
ISBN-13: 978-3404922147
www.8ung.info: Frauenromane
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